Q&A

Projektdaten

 

PANSUEVIA

Was bedeutet „PANSUEVIA“?

Suevia ist die latinisierte Bezeichnung von „Schwabenland“.

Pan ist in der griechischen Mythologie der Hirtengott. Seiner Gestalt nach ist er ein Mischwesen aus Menschenoberkörper und dem Unterkörper eines Ziegenbockes. Das Wort „Pan“ hat dem entsprechend die Bedeutung erhalten: all, ganz, gesamt, völlig.

„PANSUEVIA“ steht also für Schwabenland als Ganzes bzw. als Verbindung des Schwabenlandes. Der Namen verweist auf die Verbindung der zwei Schwabenlandteile, des bayerischen und des baden-württembergischen.

Welche Aufgaben hat PANSUEVIA?

Die PANSUEVIA GmbH & Co. KG ist als Konzessionsnehmer Vertragspartner der Bundesrepublik Deutschland und auf Basis eines ÖPP-Vertrags dafür verantwortlich, den etwa 57 Kilometer langen Abschnitt der Bundesautobahn A8 zwischen Ulm und Augsburg zu planen, zu finanzieren, zu bauen und über 30 Jahre instand zu halten sowie zu betreiben. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen die HOCHTIEF PPP Solutions GmbH, ein Tochterunternehmen der HOCHTIEF Solutions AG, und die STRABAG Infrastrukturprojektgesellschaft mbH, ein Tochterunternehmen der STRABAG SE.

Maut

Müssen nun auch die Pkw-Fahrer auf dem Teilstück der A8 Maut zahlen?

Die Kosten der PANSUEVIA werden refinanziert, indem diese während des Konzessionszeitraums einen Teil der auf dem Abschnitt erhobenen Lkw-Maut (durch den Bund über Toll Collect erhoben) sowie eine staatliche Anschubfinanzierung erhält.

Die Vergütung der PANSUEVIA aus der LKW-Maut ist von der Inanspruchnahme der Konzessionsstrecke durch mautpflichtige LKW abhängig. Für die Pkw-Fahrer ändert sich nichts – sie müssen keine Maut zahlen. Sollte eine PKW-Maut künftig eingeführt werden, wird PANSUEVIA in keiner Weise davon profitieren.

ÖPP-Vertrag

Was passiert, wenn das Verkehrsaufkommen unter Ihren Prognosen liegt?

Die PANSUEVIA trägt das Risiko des Verkehrsaufkommens für den gesamten Konzessionszeitraum. Um einen nachhaltigen Geschäftsbetrieb der PANSUEVIA auch bei Schwankungen des Verkehrsaufkommens zu gewährleisten, wurden bei der Angebotskalkulation verschiedene Sicherheitsinstrumente, wie z.B.  ein Kreditgarantieinstrument der Europäischen Investitionsbank (LGTT), berücksichtigt. Insbesondere haben die Gesellschafter HOCHTIEF und STRABAG umfangreiche Eigenkapitalmittel bereitgestellt, mit dem die Gesellschafter für das Projekt haften.

Erhalten Sie Kompensationszahlungen vom Bund, falls das Verkehrsaufkommen unter Ihren Prognosen liegt?

Nein – wesentliches Merkmal des Konzessionsvertrages ist, dass PANSUEVIA das volle Verkehrsmengenrisiko übernommen hat. Der private Partner hat hierzu eine eigene Verkehrsprognose für den gesamten Konzessionszeitraum über 30 Jahre aufgestellt. Liegt das mautpflichtige Verkehrsaufkommen unter der Prognose der PANSUEVIA, erhält die PANSUEVIA keine Kompensation.

Angenommen, das Verkehrsaufkommen liegt über Ihren Prognosen und denen des Bundes. Verdienen Sie sich mit dem Projekt nicht eine „goldene Nase“?

Die PANSUEVIA hat das Verkehrsmengenrisiko für den gesamten Konzessionszeitraum übernommen und hierfür eine eigene Verkehrsprognose erstellt. Die hiermit verbundenen Chancen und Risiken trägt die PANSUEVIA, d.h. wenn das mautpflichtige Verkehrsaufkommen unter der Prognose liegen sollte, erhält die PANSUEVIA weniger Vergütung als geplant, liegt das Verkehrsaufkommen über der Prognose, erhält die PANSUEVIA mehr Vergütung als geplant. Steigt das Verkehrsaufkommen, steigen allerdings auch die Kosten für die Erhaltung.

Hinzu kommt, je optimistischer die Verkehrsprognose der Privaten ausfällt, desto günstiger ist letztlich das Angebot für die öffentliche Hand. Eine hohe Risikobereitschaft des privaten Partners im Wettbewerb kommt damit dem Konzessionsgeber zu Gute.

Führen auch Sie mit dem Bund Gespräche über eine Anpassung der Mautgebühren?

Die PANSUEVIA führt mit dem Bund keine Gespräche über die Anpassung der Mautgebühren. Dies ist vertraglich nicht vorgesehen. Die einzige Anpassung erfolgt jährlich aufgrund der Inflation.

Sind weitere A-Modelle für Sie interessant?

Die PANSUEVIA GmbH & Co. KG ist ausschließlich zur Umsetzung des A-Modells A8 Ulm-Augsburg gegründet worden.

Welche Erfahrungen haben Sie im Bereich der A-Modelle?

Beide Gesellschafter HOCHTIEF und STRABAG sind bereits an anderen A-Modellen in Deutschland beteiligt und bringen ihre dort gesammelten Erfahrungen in unser Projekt A8 ein.

HOCHTIEF Solutions betreibt gemeinsam mit einem Partner ein 45 Kilometer langes Teilstück der A4 zwischen der hessisch-thüringischen Landesgrenze und Gotha. Die Inbetriebnahme erfolgte hier ein Jahr früher als vorgesehen.

STRABAG und weitere Partner bauen bis Anfang 2014 ein 60 Kilometer langes Teilstück der A5 in Baden-Württemberg aus und betreiben dieses.